▲   Denken und Wissenschaffen
 
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Hans-Josef Heck

Um unsere Welt gestalten zu können, müssen wir
 
die Funktionsweise des Universums entdecken.

 

•   Das  Universum  und  das  Wissenschaffen   •

 

-   Zur  Diskussion  gestellt   -
 
Eine falsche Vermutung versperrt unserem Denken
 
den Zugang zu einem kohärenten Verständnis von Allem
 
Mit  Bewusstheit  wissenschaffen  und  entscheiden
 
macht ein  neues  EvolutionsNiveau  erreichbar

 
Version 0.0.2   -   16.03.2019-22.06.2023
 
 
 

01   Eine falsche Vermutung versperrt das Verständnis von Allem

 
Die Vermutung,  dass wir alles Geschehen¹)  mit einer 'Weltformel'
 
erfassen könnten, ist falsch  und versperrt uns den Weg zu einem
 
kohärenten²) Verständnis allen Geschehens.
 
Wir können darüber spekulieren,
 
WARUM  wir auf eine  Weltformel  hoffen.
 
Aber:  Es sind  beliebig  viele Antworten möglich.
 
Erst die Frage nach dem WOZU einer 'Weltformel' führt
 
zu einer überprüfbaren Antwort:
 
Wir wünschen uns,  dass alles Geschehen berechenbar
 
ist,  um den Erfolg vorhersagen zu können  und
 
um dadurch erfolgreich Handeln zu können.
 
Wenn wir unsere  Bewusstheit  nutzen, können wir beobachten,
 
 •  dass selbst  regelmäßig Entstehendes
Unregelmäßigkeiten aufweist.
 
 •  dass nach dem heutigen Stand unserer Forschung etwa
95%  allen Vorhandenen  sich einer Beobachtung entzieht.
 
 
Das größte Problem, das uns den Weg zu einem kohärenten
 
Verständnis von Allem versperrt, sind Fragen, deren Antworten
 
man nicht überprüfen kann, weil wir kein Kriterium haben,
 
mit dem man überprüfen könnte,  ob die Antwort
 
wahrrichtigverwendbar  ist.
 
Wenn, wie wir herausgefunden haben,
 
die Gesamtheit des Gegebenen³) konstant ist,
 
dann sind Fragen nach einem Entstehen gegenstandslos.
 
Trotzdem wollen wir
 
 •  das Entstehen von Raum und Zeit  sowie
 
 •  das Entstehen von Masse und Energie
 
beschreiben und erklären.
 
Alles, was beobachtbar ist,  ist  SichVeränderndes, ist Geschehen.
 
 
Um Geschehen darstellbar zu machen, müssen wir auf das
 
Phänomen zeigen, das wir als die Eigenschaft vermuten, die die
 
Funktion⁴)  des Geschehens ausmacht, ihr einen Namen geben  und
 
eine sich wenig verändernde Vergleichseinheit setzen/vereinbaren,
 
mit der wir diese Eigenschaft messen und zählen können.
 
Durch die Bestimmung
 
 •  eines funktionalen Bezeichners und
 
 •  einer adäquaten Vergleichseinheit
 
machen wir Geschehen beschreibbar.
 
Weil wir aber auch Sinnloses, Funktionsloses denken können,
 
müssen wir als  Wahrheit  setzen,  dass  Wissen  sichtbar
 
und messbar, sprich  überprüfbar  sein muss.
 
Über etwas,  das es nicht gibt,  kann man nicht sprechen,
 
auch nicht philosophieren,  wenn unser Denken
 
nicht  sinnlos,  nicht  inhaltslos  sein soll.
 
Man kann daher die Existenz von "Zeit" und "Raum"
 
auch nicht als Hypothese behaupten:
 
Eine Hypothese spricht immer von einem Nachweis von
 
Geschehen. Sei es die Existenz eines Geschehens  oder 
 
sei es das Zusammenwirken von Geschehen.
 
Es kann auch Geschehen sein, dessen Existenz wir
 
nur aufgrund seiner Wirkungen wahrnehmen können.
 
Aber wir können es wahrnehmen!
 
DIE Zeit  und  DEN Raum  -  können wir nicht wahrnehmen.
 
Auch wenn wir die Dauer eines Geschehens als  "Zeit"  und
 
den Abstand des Vorhandenen voneinander als  "Raum"  bezeichnen:
 
Zeit  und  Raum  sind Eigenschaften eines Geschehens.
 
Weil die Gesamtheit des Gegebenen konstant bleibt,  bleibt
 
die Annahme, dass die Gesamtheit des Gegebenen
 
einen Anfang haben müsse,  falsch.
 
Das, was wir als  Masse in Bewegung oder als  Energie  bezeichnen,
 
sind zwei funktional unterschiedliche Sichtweisen dessen,
 
was geschieht.
 
Es sind Phänomene,  die wir als wichtig erachten  und die wir
 
nutzen,  um das Geschehen darstellbar zu machen.
 
Wenn wir die Gesamtheit des Gegebenen als
 
Potential  bezeichnen, dann drücken wir damit aus,
 
 •  dass Alles die Möglichkeit hat, sich zu verändern und
 
 •  dass Allem der Antrieb zum Verändern innewohnt.
 
Aufgrund unserer Beobachtungen können wir sagen,
 
dass neues Geschehen  beliebig  entstehen kann.
 
Neu entstandenes Geschehen muss keine Regelmäßigkeit
 
aufweisen. Wenn neu entstandenes Geschehen regelmäßig
 
ist, dann ist es auch ein  dauerhaftes Geschehen,
 
das wir als existentes Geschehen bezeichnen.
 
Ob existent gewordenes Geschehen auch existent bleiben
 
kann,  erweist sich daran,  ob das neue Geschehen
 
mit dem vorhandenen Geschehen verträglich ist.
 
 

02  Neues und vorhandenes Geschehen müssen verträglich sein,
 
      denn Existierendes ist nur als funktionales Ganzes möglich.

 
 •  ALLES  ist  Geschehen.
 
 •  Jedes Geschehen hat eine Funktionsweise, die
mit anderem Geschehen verträglich sein muss.
 
Im Allgeschehen entsteht Geschehen beliebig. Ob die Funktionsweise
 
eines neuen Geschehens mit der Funktionsweise des vorhandenen
 
Geschehen verträglich ist, entscheidet sich im Nachhinein.
 
Unser Handeln schafft Geschehen, um ein Wirkung zu erreichen.
 
Damit die Wirkung auch erreicht wird, steuern wir unser Handeln.
 
Die Wirkung bezeichnen wir auch als  Sinn,  Funktion,  WOZU.
 
Das  WOZU  müssen wir Menschen ausdrücklich setzen,
 
 •  um die Kriterien für unser Entscheiden herleiten zu können
 
 •  und  um das Wissen schaffen zu können,  das notwendig ist,
um unser Handeln zielgerichtet steuern zu können.
 
Wir haben aber bis heute auch nicht wirklich erkannt,
 
dass die Funktionsweise eines neuen Geschehen
 
mit der Funktionsweise des vorhandenen Geschehens
 
verträglich sein muss.
 
Dies gilt generell:
 
Sowohl im naturgegebenen Geschehen des Universums
 
als auch für das von uns geschaffene Geschehen.
 
Unser Denken will - intuitiv - unterscheiden und entscheiden.  Wenn
 
wir herausfinden könnten, wozu unser Denken unterscheiden und
 
entscheiden
will,  könnten wir unser Denken bewusst steuern.
 
    Diese Fragestellung fehlt in unserem Denken und Lernen.
 
Deshalb haben wir auch nicht erkannt:
 
Das WOZU, die Funktion  eines Geschehens, ermöglicht es uns,
 
Unterscheidungs- und Entscheidungsmerkmale zu generieren
 
und damit die Kriterien,  die für uns "Sinn machen".
 
Weil wir nicht erkannt haben,  dass wir ein WOZU setzen müssen,
 
haben wir immer wieder versucht, ein WOZU, einen Sinn zu finden.
 
Damit haben wir Anderen die Möglichkeit verschafft,
 
uns einzuflüstern,  wie wir leben sollen,  statt
 
selbst zu bestimmen, wie wir leben wollen.
 
Die Evolution hat gezeigt,  dass existentes Geschehen nur dann
 
existent bleiben kann,  wenn das neu entstandene Geschehen
 
und das schon existente Geschehen zueinander passen:
 
Geschehen muss  funktional  sein.
 
Weil wir nicht erkannt haben, dass alles Geschehen funktional ist,
 
Wirkungen auf anderes Geschehen hat, haben wir auch mit der
 
Erkenntnis, dass die Veränderung eines Geschehens die Gesamtheit
 
allen Geschehens verändern kann, nichts anfangen können.
 
Weil wir nicht erkannt haben, dass alles Geschehen funktional ist,
 
haben wir auch nicht erkannt,  dass menschliches Handeln
 
in  JEDEM  Handeln  VIER  grundverschiedene Funktionen erfüllt.
 
Die Existenz dieser vier Funktionen ist leicht überprüfbar, denn
 
unser Denken muss vier funktionsverschiedenen Denkwerke schaffen:
 
 •  Wissen  über die Funktionsweise naturgegebenen Geschehens,
 
 •  Regelwerke,  wie wir miteinander umgehen wollen,
 
 •  Kreativwerke,  um
naturgegebene Welten gestalten und neue kreieren zu können,
 
 •  Sprachwerke,  um  Denkwerke  darstellen,  dokumentieren
und  miteinander austauschen  zu können.
 
Wir können Kreativwerke und Sprachwerke miteinander nutzen, um
 
Wissen darstellen zu können. Aber wir können diese drei funktional
 
grundverschiedenen Denkwerke nicht miteinander verarbeiten.
 
Dies würde zu heillosem Chaos führen, weil die Funktionen
 
dieser Denkwerke grundverschieden sind. Schließlich ist es
 
die Funktion, die das Denkwerk ausmacht.
 
Und wenn die Funktionen der Denkwerke nicht miteinander
 
verträglich sind, dann ...
 
Wissenschaffen  ist darauf gerichtet,  Wissen zu schaffen über
 
naturgegebenes Geschehen  und  für naturgerichtetes Schaffen.
 
    Auch  Wissenschaffen  ist naturgerichtetes Schaffen.
 
Für die drei weiteren Funktionen unseres Denkens
 
haben wir noch keine eigenen Bezeichner.
 
Weil wir die unterschiedlichen Funktionen unseres Denkens nicht
 
erkannt haben, verwenden wir oft auch 'Wissenschaffen' und
 
'Denken' gleichbedeutend.
 
 
'Wissenschaffen'  wird zwar von jedem verstanden,  gehört
 
aber nicht zu unserem offiziellen Sprachschatz.  Ein Indiz?
 
Die  Wissenschaftswissenschaften⁵)  versuchen,  Wissen über
 
unser Wissenschaffen  mit Hilfe der Logik  zu schaffen.
 
Logik ist aber "nur" ein Kreativwerk, eine Kreation unseres
 
Denkens, wie zum Beispiel die Mathematik.
 
Mit Hilfe der Mathematik können wir Regelmäßigkeiten
 
des naturgegeben Geschehens beschreiben/darstellen.
 
Wir können damit aber kein Wissen über das Allgeschehen
 
gewinnen. Vermutungen vielleicht, die aber noch
 
überprüft werden müssen.
 
Mit Hilfe der Logik können wir,
 
weder Wissen über unser Wissenschaffen gewinnen,
 
noch Wissen über unser Wissenschaffen verarbeiten.
 
Wir können auch keine Vermutungen gewinnen,
 
denn die Logik, die wir kreiert haben,
 
ist kein Wissen über unser Wissenschaffen.
 
Unsere Grundlagenforschung hat die grundlegende Bedeutung
 
der Funktionalität allen Geschehen noch nicht entdeckt:
 
Funktionalität ist das,  was
 
den existenten Teil des Allgeschehens ausmacht.
 
Erst diese funktionalen 5% des Universums haben unsere Existenz
 
möglich gemacht  und  uns ermöglicht, das Universum zu studieren.
 
 

03  Das  WOZU  unseres Handelns

 
Wir handeln,  weil wir  leben wollen  und
 
weil wir  unser Leben  gestalten wollen.
 
Handeln erfordert zu entscheiden, was zu tun ist, um
 
das von uns gesetzte Ziel, das WOZU, zu erreichen.
 
Die Entscheidungskriterien, mit denen wir unser Handeln steuern
 
müssen,  um unser Ziel zu erreichen,  können wir nur gewinnen
 
aus dem WOZU  und  aus dem Wissen um das Geschehen.
 
Deshalb müssen wir genau wissen,
 
    was  wir erreichen wollen  und
 
    wie  wir das Geschehen beeinflussen können.
 
Evolutionsgegeben ist, dass wir
 
 •  Wissen schaffen wollen, das  erfolgreich verwendbar  ist.
 
Anders hätten wir nicht überleben können.
 
 

004  Das Ende der Dunkelzeit  . . .
 
       Statt an Wahrheit zu glauben,  Antworten überprüfen!

 
Die Forderung, dass Wissen wahr sein soll, ist eine leere Forderung.
 
Sie hindert uns bis heute daran,  verwendbares Wissen  über unser
 
Wissenschaffen zu schaffen.
 
Der Glaube,  man könne  DIE  Wahrheit  FINDEN,  ist so tief
 
verwurzelt, dass selbst die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG),
 
das Organ aller deutschen Forschungseinrichtungen,  sich in
 
ihrer Denkschrift zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis
 
nicht festlegen will.  Als Aufgabe der Wissenschaft setzt sie
 
"Forschung  im idealisierten Sinne  ist Suche nach Wahrheit."
 
ohne dies zu konkretisieren.
 
 
Wenn das höchste  Organ unserer Wissenschaft  nicht weiß
 
oder sich nicht festlegen will,  wie man  die  Wahrheit  eines
 
Denkwerks feststellen kann⁶),  dann bedeutet dies,  dass
 
Wissenschaft und Philosophie  den evolutionären Sprung in die
 
Bewusstheit des Wissenschaffens noch nicht geschafft haben.
 
Um von  wahren  oder von  wissenschaftlich-gesicherten  Wissen
 
sprechen zu können, müssen wir eine  Funktion  gesetzt haben,
 
die das Wissen erfüllen soll.
 
Erst wenn, von jedermann jederzeit überprüfbar,
 
dieses Wissen diese Funktion erfüllt,  können wir
 
von  wissenschaftlich-gesicherten  Wissen sprechen.
 
Es ist die Funktion, die wir gesetzt haben, die es uns
 
ermöglicht, die Kriterien zu bestimmen, an Hand derer
 
wir überprüfen können, ob das Wissen verwendbar ist.
 
Die religiöse Konnotation des Bezeichners  Wahrheit,
 
hat uns daran gehindert,  wissenschaftlich zu denken.
 
Zum Verständnis
 
Wissenschaftliches Denken  ist keine Fähigkeit,  die uns
 
in unserer evolutionären Entwicklung  zugewachsen ist,
 
wie zum Beispiel  Bewusstheit, Intuition und Kreativität.
 
Vielmehr müssen wir diese drei Fähigkeiten nutzen, um
 
herauszufinden, wie wir wissenschaftlich denken müssen,
 
um wahres Wissen schaffen zu können.
 
Wissen kann dann als  wissenschaftlich gesichert  bezeichnet
 
werden,  wenn das Verwenden dieses Wissens zu dem Ergebnis
 
führt, das für das Verwenden dieses Wissens vorausgesagt wurde.
 
Das heißt:
 
Die Intention des Anspruchs auf Wissenschaftlichkeit
 
ist  Voraussagbarkeit:
 
Das vorausgesagte Ergebnis muss
 
mit dem erzielten Ergebnis übereinstimmen
 
Wahres Wissen schaffen zu wollen,  hat uns veranlasst,
 
Gegebenes zu erfinden, dessen Existenz wir
 
nicht überprüfen können:
 
Die Wahrheit  -  als  eigenständig  Existierendes
 
statt
 
Das  Überprüfen  eines Denkwerks auf  Verwendbarkeit
 
Die  Wahrheit  als eigenständig Existierendes  wird immer
 
dann gebraucht,  wenn die "Wahrheit" eines Denkwerks
 
in Zweifel gestellt wird:
 
Wenn ein Denkwerk  "die Wahrheit"  ist,  dann ist das
 
Überprüfenwollen dieses Denkwerks ein Angriff auf die,
 
die dieses Denkwerk erstellt haben oder daran glauben.
 
Ein Angriff,  gegen den man sich zur Wehr
 
setzen muss,  notfalls mit Gewalt.
 
Bei dieser Art der Argumentation wird  'Existenz'  und
 
'Eigenschaft'  nicht mehr unterschieden.  Dies dient der
 
Verteidigung einer "gerechten Sache",  der Verteidigung der
 
"Wahrheit".  Und zur Verteidigung der "Wahrheit" ist jedes
 
Mittel recht ist: Die Macht über die, die nicht selbstständig
 
denken wollen, muss aufrecht erhalten werden können.
 
Polemik  oder  Wahrheit?
 
Hier wird deutlich,  dass Wissenschaffen und Handeln
 
untrennbar verbunden sind.  Wissenschaffen und
 
politisches Handeln  bilden eine Einheit.
 
 

005  . . .  Die Evolution der Bewusstheit
 
       Statt an Begrenztheit zu glauben,  selber entscheiden!

 
Wahres Wissen schaffen zu wollen, hat uns veranlasst, Gegebenes
 
zu behaupten, dessen Existenz wir nicht nachweisen können, allem
 
voran  DIE Zeit und DEN Raum  sowie deren ööööö Anfang und Ende
 
Was nicht existiert, hat auch keine Begrenzung.  Und weil die
 
Summe allen Gegebenen konstant bleibt, gibt es auch keinen
 
Grund für die Annahme des Entstehens des Allgeschehens.
 
Auch wenn man noch so fest an  Die  Zeit 
 
als eigenständig Gegebenes  glaubt:
 
Das Einzige, was man überprüfen kann, 
 
ist die  Dauer eines Geschehens.
 
 

006  Das WOZU  schafft  Überprüfbarkeit

 
Das Nachdenken über unser Nachdenken ist evolutionär:
 
Ein langsames Sichausbilden eines immer klareren Verständnisses
 
der zunehmenden Komplexität des Allgeschehens.
 
Mit der Bewusstheit, die uns zugewachsen ist, sind wir
 
in der Lage, über unser Nachdenken nachzudenken.
 
Wenn wir erkannt haben,  dass wir Wissen schaffen müssen,
 
um überleben zu können,  dann können wir auch sagen,
 
was wir mit 'wahr' meinen:
 
Wissen  muss  verwendbar  sein.
 
Ob ein Wissen verwendbar ist,  können wir überprüfen:
 
Wenn wir das WOZU,  das wir uns gesetzt haben,
 
mit dem Wissen, das wir uns geschaffen haben,
 
verwirklichen können, dann  ist das Wissen verwendbar.
 
 

007  Das WOZU bewirkt den Antrieb unseres Handelns

 
Den Sinn,  die Funktion,  das WOZU  unseres Handelns
 
zu setzen  ist erforderlich, um Entscheidungskriterien für
 
unser Handeln herzuleiten zu können.
 
Um leben und überleben zu können, müssen wir
 
das Geschehen der Welt,  in der wir leben,  durchforschen,
 
um die Geschehensweise,  die Funktionsweise,  zu entdecken.
 
Denn wir wollen dieses naturgegebene Geschehen so verändern,
 
dass wir das verwirklichen können, was wir als Ziel
 
unseres Handelns gesetzt haben.
 
Wissenschaft und Philosophie haben nicht erkannt, dass
 
Denken, Wissenschaffen und Handeln  wozuorientiert arbeiten.
 
Nicht die Ursache bestimmt unser Handeln, sondern unser Wollen.
 
Unsere Zielsetzungen sind der Antrieb unseres Handelns.
 
 
Wissenschaft und Philosophie haben nicht erkannt, dass auch das
Allgeschehen  wirkungsgerichtet  ist, die Suche nach einem
 
Kausalitätsprinzip daher auch keine Ergebnisse zeitigen konnte.
 
Alles Geschehen ist zwar ein Zusammenhang von
 
Ursache und Wirkung  und  Forschende haben deshalb seit Jahrtausenden versucht, ein Kausalitätsprinzip aufzuspüren.
 
So auch 2005:  24 Professoren aller Fachrichtungen in den
 
Brandenburgischen Streitgesprächen über Kausalität⁷).
 
Die Zielsetzungen, das WOZU unseres Handelns,
 
müssen wir setzen oder miteinander vereinbaren.
 
Erst ein explizites WOZU ermöglicht es uns,
 
die Kriterien herzuleiten, die erforderlich sind, um
 
entscheiden zu können, wie wir unser Handeln steuern
 
müssen, um das von uns gesetzte WOZU verwirklichen zu können.
 
Dass das Geschehen in der Natur genauso funktioniert,
 
hat schon Darwin entdeckt. Nur dass in der Natur die
 
Entscheidungen erst im Nachhinein getroffen werden.
 
 

008  Die Beliebigkeit des WOZU ermöglicht Freiheit und Zerstörung

 
Wenn neu entstandenes Geschehen nicht zu dem vorhandenen
 
Geschehen passt, dann geht es entweder unter, verdrängt das
 
vorhandenes Geschehen  oder  beide Geschehen löschen sich aus.
 
Das Zueinander-passen-müssen entscheidet sich am WOZU.
 
Die Beliebigkeit, mit der neues Geschehen entstehen oder
 
geschaffen werden kann,  ermöglicht Zielsetzungen,
 
die nicht miteinander verträglich sind,  und
 
dadurch zu Chaos  und  Zerstörung führen.
 
Das chaotisches Geschehen unseres menschlichen Miteinanders
 
und die zerstörerischen Auswirkungen seit dem Aufeinandertreffen
 
menschlicher Gruppen  ist dadurch bedingt, dass Zielsetzungen
 
unterschiedlicher Gruppen nicht miteinander verträglich sind,
 
was auf einer oder mehrerer der vier Funktionsebenen
 
unseres Handelns der Fall sein kann.
 
 

009  Die Entdeckung der Funktion, ihrer Funktion und Bedeutung

 
Erst nachdem wir  Funktion und Bedeutung der Funktion
 
entdeckt hatten,  konnten wir entdecken,
 
 •  dass  jedes menschliche Handeln
vier  grundverschiedene  Funktionen  in Einem  erfüllt.
 
 •  dass  eine und nur eine  Funktionsweise
dem Allgeschehen immanent ist  und  dass wir diese
 
Funktionsweise auch in unserem Denken und Wissenschaffen
 
verwenden müssen,  wenn unser Handeln nicht sinnlos
 
sondern verwendbar sein soll.
 
Weil wir gemeinsam handeln müssen,  ist es wichtig für uns
 
herauszufinden,  wie wir  auf jeder einzelnen  dieser vier
 
Ebenen, unterschiedliche Zielfunktionen miteinander
 
zum Ausgleich bringen können.
 

 

Anmerkungen

 
 
¹)   Geschehen kann beliebig entstehen.  Aber erst, wenn
ein Geschehen regelmäßig ist,  wird es existent.
 
 
²)   Ein  sinnbildender, funktionsbildender  Zusammenhang
 
 
³)   Gegebenes  ist Sich-Veränderndes
 
Geschehen, das wir durch Beschreiben
 
der Eigenschaften darstellen können.
 
 
⁴)   Funktion  meint das, wozu das Geschehen da ist.
 
Das, was es bewirkt:  Das WOZU,  den Sinn, ...
 
 
⁵)  Zu den Wissenswissenschaften  zählen:
 
Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftstheorie
 
Wissenschaftslogik, Wissenschaftslehre
 
Erkenntnistheorie, Epistemologie, Erkenntnislehre
 
Wissenschaftsforschung
 
 
⁶)   Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis - Denkschrift
 
Safeguarding Good Scientific Practice - Memorandum
 
Empfehlungen der Kommission
 
„Selbstkontrolle in der Wissenschaft“
 
Recommendations of the Commission on
 
Professional Self Regulation in Science
 
S.40, "2.1  Normen der Wissenschaft"
 
Print-ISBN 978-3-527-33703-3
 
© 1998, erste Auflage, WILEY-VCH Verlag, Weinheim
 
© 2013, ergänzte Auflage, WILEY-VCH Verlag, Weinheim
 
Aber nicht alle Wissenschaftler sehen heute noch "Wahrheit"
 
als eigenständige Gegebenheit.  So  Heinz von Foerster:
 
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners
 
Carl-Auer, Heidelberg 2004
 
und viele mehr.
 
 
⁷)   edoc.bbaw.de/frontdoor/index/index/docId/828
 
nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:b4-opus-9913
 
Debatte 5 – Kausalität
 
Streitgespräche in den Wissenschaftlichen Sitzungen
 
der Versammlung der Berlin-Brandenburgischen Akademie
 
der Wissenschaften am 9. Dezember 2005 und 5. Mai 2006
 
Autoren:
 
Harald Fritzsch, Siegfried Großmann, Martin Hellwig,
 
Reinhold Kliegl, Christoph Markschies,
 
Jürgen Mittelstraß, Jürgen Osterhammel,
 
Ortwin Renn, Christine Windbichler, Anton Zeilinger
 
Teilnehmer:
 
Ash, Mitchell;  Bredekamp, Horst;  Fritzsch, Harald;
 
Gethmann, Carl Friedrich;  Großmann, Siegfried;
 
Hasinger, Günther Gustav;  Hellwig, Martin;
 
Klein, Wolfgang;  Kliegl, Reinhold;  Lucas, Klaus;
 
Markl, Hubert;  Markschies, Christoph;  Menzel, Randolf;
 
Mittelstraß, Jürgen;  Nida-Rümelin, Julian;
 
Osterhammel, Jürgen;  Renn, Ortwin;  Rösler, Frank;
 
Sauer, Joachim;  Scheich, Henning;  Voßkamp, Wilhelm;
 
Wagner, Rudolf;  Windbichler, Christine;  Zeilinger, Anton
 

 

Weiterführend

 
  •    'Selbstbestimmt leben wollen'  als  Leitbild  unserer Kultur
 
  •    Wissenswissenschaftliche Grundlagen für Wissenschaft und Politik
 
  •    Die  Grundgegebenheit allen  Geschehens und  Schaffens  entdecken
 
  •    Wir,  das Universum  und  das  WOZU
 
        Eine wissenswissenschaftliche Zeitenwende tut Not
 
  •    Voraussetzungsloses Wissenschaffen über Wissenschaffen
 
  •    Jedes Geschehen hat eine FUNKTION, unser Handeln sogar VIER.
 
  •    Bedingungen wissenschaftlich gesicherter Denkwerke setzen
 
  •    Wissen  über   Wissenschaffen  und  Denken
 
          -   Das  Fazit  als  Grundlegung  -
 
        Das identische Grundprinzip von Universum und Wissenschaft
 
  •    Wahrheit und Verantwortung  -  Überprüfen und Entscheiden
 
  •    Unsere Verantwortung erkennen - Unsere Art erhalten
 
  •    Das Universum verstehen - Das Leben meistern
 
  •    Wirklichkeitskonformes  Denken und Wissenschaffen